Marktbericht
Ingolstadt 2025 unter Druck
Dunkle Wolken über dem Audi-Forum: Der Autobauer kündigte 2025 an, bis 2029 bis zu 7.500 Stellen zu streichen. Die Ankündigung – trotz Beschäftigungsgarantie bis 2033 – sorgt für Verunsicherung, Zurückhaltung bei größeren Anschaffungen und ein verhalteneres Wirtschaftsklima als in den Boomjahren.
Parallel belasten höhere Bauzinsen als noch vor einigen Jahren und die schwächere Nachfrage den Markt. Die Kaufseite wirkt zurückhaltend, der Mietmarkt läuft heiß und bei Gewerbeimmobilien treten Leerstände zutage – besonders bei älteren Büroimmobilien.
Kaufmarkt
Preise bewegen sich seitwärts: Höhere Zinsen, sinkende Kaufkraft und Unsicherheit bremsen Entscheidungen. Stabilität ergibt sich eher aus knappem Angebot als aus starker Nachfrage – viele Verkäufer halten Preise, Käufer verhandeln hart.
- Top-Lagen ca. 6.000 €/m² im Neubau
Regionale Unterschiede bleiben: Kernstadt bleibt teuer, Randlagen wie Manching werden als Ausweichstandorte stärker nachgefragt.
Mietmarkt
Viele Haushalte bleiben mangels Finanzierungsoptionen im Mietmarkt. Hohe Nachfrage trifft auf extrem knappes Angebot – ein ausgeprägter Vermietermarkt.
- Ø Angebotsmiete Q3/2025: ca. 12,44 €/m² kalt (+4,45 % p.a.)
- Neu-Inserate teils 14,5 €/m²; Neubau-Miethäuser rund 13,30 €/m²
- Leerstand faktisch Null; Besichtigungen mit 20+ Interessenten keine Seltenheit
Zu wenig Neubau verstärkt den Druck – besonders Haushalte mit geringerem Einkommen und Studierende leiden unter der angespannten Lage.
Gewerbe
Die wirtschaftliche Schwäche zeigt sich im Leerstand: Innenstadt- und Randlagen verzeichnen ungenutzte Laden-, Büro- und Hallenflächen. Homeoffice dämpft den Büromarkt; Durchschnittesmieten liegen zwischen 10-11,50€ €/m²
Gerade in der Innenstadt werden Büroflächen oft zu Wohnraum umgenutzt. Insgesamt agieren Unternehmen vorsichtig, verschieben Investitionen oder bauen Flächen ab.